Vergewaltigt, verkauft, zwangsverheiratet!

Sarifan (15, li.) und Muktidas (23) wurden aus den Fängen von Menschenhändlern befreit

26.01.2014 – 14:09 Uhr
Von MARIA von WELSER*
BILD am Sonntag
Sie wirken so verloren, die beiden jungen Frauen auf der Bettkante eines Gästezimmers der bengalischen Botschaft. Starren auf die Wand, können nicht begreifen, was um sie herum geschieht. Ich möchte sie am liebsten in die Arme nehmen, das darf man aber in Indien nicht in der Öffentlichkeit. Die Menschenrechtsorganisation Shakti Vahini hat die beiden Frauen an diesem Abend auf dem Bahnhof in Delhi aus den Fängen zweier Menschenhändler befreit. Gemeinsam mit der Polizeiinspektorin Sarbari Bhattacharya von der Menschenhandels-Einheit.
Sarifan ist 15 Jahre alt. Sie sollte für rund 1100 Euro verkauft werden. Mit Hormonspritzen und Bier haben die Menschenhändler das Mädchen nicht nur älter, sondern auch runder und damit weiblicher gemacht. Neben ihr sitzt Muktidas. Sie ist 23 Jahre alt und wurde mit dem Versprechen auf eine gute Stelle als Hausmädchen von den Eltern auf dem Land weggelockt. Mehrfach verkauft, geschlagen, missbraucht. Am Ende landeten beide im Rotlichtviertel in Delhi. Vollgepumpt mit Drogen und Alkohol. Mit bis zu 50 Freiern am Tag und in der Nacht. Die beiden jungen Frauen können wieder zu ihren Eltern zurück. Aber nur, wenn die Familie nicht erfährt, dass sie Prostituierte waren.
Tausende Inderinnen werden täglich gekidnappt, verkauft, missbraucht und vergewaltigt. Einer der Gründe für den aggressiven Umgang mit Frauen, den Mädchenhandel und die Massenvergewaltigungen ist der Frauenmangel.

In den Industrienationen kommen statistisch 106 Jungen auf 100 Mädchen zur Welt, In Indien hat sich die Zahl zu 94 Mädchen auf 100 Jungen umgekehrt. Weibliche Föten werden seit über 30 Jahren vor der Geburt abgetrieben. Neugeborene Mädchen werden nach der Geburt getötet. Das ist zwar alles per Gesetz verboten, aber: „90 Prozent der Inder sind kriminell“, sagt Charu Wali Kann, Rechtsanwältin der nationalen Kommission für Frauen.
Mädchen werden abgetrieben und getötet, weil sie teuer sind. Eltern zahlen bei der Heirat ihrer Tochter umgerechnet bis zu 15000 Euro Mitgift. Plus Schmuck, Autos, Mofas und andere „Geschenke“ für die Familie des Ehemannes. Viel, viel Geld in einem Land, in dem 75 Prozent unter der Armutsgrenze leben. Mädchen gelten als nutzlos. Das ist die menschenverachtende vorherrschende Meinung.
Kein Wunder, dass es unzählige Tricks gibt, das gesetzliche Verbot der Geschlechtsbestimmung eines Babys zu umgehen. Die Ärztin Mitu Khurana hat das am eigenen Leib erleben müssen. Verheiratet mit einem Orthopäden in einer arrangierten Ehe wollten sie der Ehemann und die Schwiegermutter zu einer Amniozsintese, einer Geschlechtsbestimmung ihres ungeborenen Babys, überreden. Als sie sich weigerte bot ihr der Schwager Kuchen an. Er war vergiftet. Sie musste in die Klinik – und der Arzt mit dem alles abgesprochen war untersuchte die Schwangere. Ergebnis: Sie erwartete Zwillingsmädchen.
„Mein Horrortrip begann. Mein Mann stieß mich mehrfach die Treppe herunter, meine Schwiegermutter verweigerte mir Essen und Trinken. Ich wurde eingesperrt. Immer war die Hoffnung, ich würde eine Fehlgeburt bekommen.“
Erst als die heute 36jährige Ärztin von ihren Eltern nach Hause geholt wurde, hatte sie keine Ängste mehr. Die Zwillinge kamen dann zwar zu früh zu Welt. Aber sie überlebten und sind heute acht Jahre alt. Es läuft inzwischen die Scheidung.
Ihren Fall hat Mitu Khurani als bisher einzige Inderin öffentlich gemacht. Was ihr nicht nur Sympathien einbringt. Aber sie ist überzeugt, dass immer mehr Frauen ihre Stimmen erheben werden: „Ich will allen anderen Frauen Mut machen, sich gegen Abtreibungen ihrer Mädchen zu wehren“, erzählt sie mir im Haus ihrer Eltern in Delhi.
Der tödliche Vergewaltigungsfall der 23-jährigen Studentin Nirbaya im Bus in Delhi hat tatsächlich „eine Flamme für ein sichereres Indien“ entzündet. Auch wenn es weiter zu neuen Vergewaltigungen kommt. Immer mehr Frauen haben jetzt Mut und zeigen die Täter bei der Polizei an.
In einem Vorort der 17-Millionen-Stadt Delhi besuche ich eine Mädchenschule. Werde von der freundlichen Direktorin in eine Klasse mit 15-jährigen Schülerinnen gebeten. Darf in einer altehrwürdigen Schulbank auf dem Podest Platz nehmen. Die Mädchen in ihren dunkelblauen Schuluniformen sitzen im Lotussitz auf dem Boden. Schnell gehen die Hände hoch und alle fragen immer wieder: „Wie sicher ist es in Deutschland für junge Mädchen, bei Dunkelheit auf die Straße zu gehen?“
Sie, so erzählen sie mir, sind alle ab 17 Uhr zu Hause. Es sei auch tagsüber sicherer, immer mit Begleitung hinaus auf das Feld zu gehen, erklärt mir die selbstbewusste 15-jährige Asha. Auf meine Frage, ob sie denn alle einer von den Eltern arrangierten Ehe zustimmen würden, kommt ein erstaunlich klares: ja. Nur wenn sie gar nicht mit dem ausgesuchten Mann einverstanden wären, würden sie versuchen, mit den Eltern noch einmal zu sprechen. Das ist die Realität im Jahre 2014.
Zurück in Delhi sehe ich in der neuen U-Bahn zum ersten Mal Frauenabteile. „Women only“ steht da am Bahnsteig. Männer verboten. Die drängen sich in den anderen Waggons. Meine Übersetzerin Bindu Lall erzählt, dass die indischen Männer wohl ein schändliches Vergnügen daran finden, Frauen in den überfüllten Bussen oder Bahnen zu berühren. Sie pressen sich gerne an sie.

Aber nicht nur das Frauenabteil ist ein Zeichen der beginnenden Veränderung. Ein kleiner Schritt in ein selbstbestimmtes Leben für Frauen ist auch die Gründung der ersten ausschließlichen Bank für sie. Usha heißt die Chairfrau und Managerin. Im indischen Finanzministerium entstand die Idee. „Frauen sind zwar der Kopf der Familie, aber sie müssen im Geheimen sparen, damit die Ehemänner das Haushaltsgeld nicht für sich ausgeben“, erklärt sie mir in ihrem schicken Büro über den Dächern Delhis. Jetzt können Frauen ihr eigenes Konto eröffnen, sich mit günstigen Krediten und einem kleinen Gewerbe selbstständig machen. Außerdem weiß Usha: „Frauen zahlen zu 98 Prozent ihre Kredite zurück, die Männer liegen da weit dahinter!“
Dennoch ist es noch ein weiter Weg, bis die Mädchen und Frauen des 1,22 Milliarden-Volkes ein sicheres und selbstbestimmtes Leben führen können. Bis Indien nicht mehr der gefährlichste Ort der Welt ist, um eine Frau zu sein.

http://www.bild.de/bild-plus/news/ausland/news-ausland/abgetrieben-vergewaltigt-verkauft-zwangsverheiratet-34402332.bild.html

 

Google translation to English 

THE STORY OF

SARIFAN (15)

MUKTIDAS (23) AND

THE OTHERraped, sold,

forced into marriage!

How dangerous is it to be born in India as a woman

26.01.2014 – 14:09 clock
  • By MARIA WELSER *
Bild am Sonntag

They seem so lost, the two young women on the edge of the bed of a guest room of the Bengali message. Staring at the wall, can not understand what is happening around them. I would most like to take it in his arms, but that one must not in India in public. The human rights organization Shakti Vahini has freed the two women that night at the station in Delhi from the clutches of two traffickers. Together with the Polizeiinspektorin Sarbari Bhattacharya of the human trafficking unit.

Sarifan is 15 years old. You should be selling for around 1100 euros. With hormone injections and beer traffickers have made the girl not only older, but also round and so feminine. Next to her sits Muktidas. She is 23 years old and was lured away with the promise of a good job as a housemaid from the parents to the country. Sold multiple, beaten, abused. At the end they both ended up in the red light district in Delhi. Pumped with drugs and alcohol. With up to 50 suitors on the day and at night.The two young women can return to their parents. But only if the family was not told that they were prostitutes.

Thousands of Indian women are kidnapped every day, sold, abused and raped. One of the reasons for the aggressive treatment of women, the girls, and in the mass rape is the lack of women.

In the industrialized nations statistically 106 boys for every 100 girls born, in India , the number has been reversed to 94 girls for every 100 boys. Female fetuses are aborted before birth for over 30 years. Newborn girl are killed after birth. That is all forbidden by law, but “90 percent of Indians are criminals,” says Charu Wali Can, lawyer of the National Commission for Women.

Girls are aborted and killed because they are expensive. Parents pay at the marriage of their daughter converted up to 15000 euros dowry. Plus jewelery, cars, mopeds, and other “gifts” for the family of the husband. Lots and lots of money in a country where 75 percent live below the poverty line. Girls are considered useless. That is the inhuman prevailing opinion.

No wonder that there are countless tricks to circumvent the legal prohibition of sex determination of a baby. The doctor Mitu Khurana has had to experience the firsthand. Married to an orthopedic surgeon in an arranged marriage they wanted the husband and mother in law to a Amniozsintese, a sexing her unborn baby persuade. When she refused offered her the brother of cakes. He was poisoned. She went to the hospital – and the doctor with the everything was agreed examined the pregnant women.Result: She was expecting twin girls.

“My horror trip began. My husband pushed me down the stairs several times, my mother refused to give me food and drink. I was detained. There was always the hope that I would get an abortion. “

Only when the 36 year old doctor today was brought by her parents home, she had no more fears. The twins then were indeed too early to the world. But they survived and are now eight years old. It is now running for divorce.

Your case has Mitu Khurani made ​​public has been the only Indian. What you do not only brings sympathies. But she is convinced that more and more women are raising their voices: “I want to make all other women courage to stand up against abortion of her girls,” she told me in her parents’ house in Delhi.

The fatal rape case of 23-year-old student Nirbaya the bus in Delhi has actually “a flame for a Safer India” inflamed. Even if it progresses to new rape. More and more women now have courage and show the perpetrator to the police.

In a suburb of the 17-million city of Delhi I go to a girls’ school. Become asked by the friendly director in a class with 15-year-old pupils. Can take on the podium in a time-honored school. The girls in her dark blue school uniforms sitting in lotus position on the floor. Quick go hands up and all keep asking: “How safe is it in Germany for young girls to go in the dark on the road?”

You, so they tell me, are all from 17 clock at home. It was also during the day safer, always go with accompaniment out into the field, told me the confident 15-year-old Asha. When I asked if they would agree because all an arranged marriage by their parents, is an amazingly clear: yes. Only if they were not in agreement with the chosen man, she would try to speak again with the parents. This is the reality in 2014.

Back in Delhi I see in the new subway for the first time woman compartments. “Women only” standing there on the platform. Men prohibited. The crowd in the other cars. My translator Bindu Lall said that the Indian men probably find a shameful pleasure from touching women in crowded buses or trains. They like to press against it.

EnlargeMaria von Welser with Bindu Lall at a mausoleum
Maria von Welser (right) with translator Bindu Lall in India
Photo: Christian Spreitzer

But not only the woman compartment is a sign of incipient change. A small step in a self-determined life for women is also the foundation of the first exclusive bank for them. Usha is called the Chair wife and manager. In the Indian Ministry of Finance, the idea was born. “Although women are the head of the family, but they need to save in secret, so do not spend the budget money for the husbands,” she tells me in her office send over the rooftops of Delhi. Now, women can open their own account, become self-employed with low-interest loans and small business. In addition, white Usha: “women pay back their loans to 98 percent, the men are as far behind!”

Nevertheless, there is still a long way to go before the girls and women of the 1.22 billion-people can live a safe and independent life. Until India is no longer the most dangerous place in the world to be a woman.

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Author: savedaughters19

This is a coverage of my struggles to save my daughters.I am thank full to my parents not only for Not killing me ,but also helping me save my daughters... My dream- A big shelter house for women who want to give birth to their daughters and raise them up with dignity and self respect , but have to fight their own families to do so. Will have medical facilities and facilities for legal aid. will have training centers for vocational courses so that they can stand up on their own two feet and stop the dependency on their husbands for finances, A child care center run and managed by the inmates, A kitchen and a vegetable farm run and managed by the inmates. At present only a dream.... But with grace of God will become a reality. God will show the way and means to achieve the dream.

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